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Einige
grundsätzliche Hinweise zur Nutzung des Reisehandbuchs
Allgemeines:
Zu den Kritikpunkten an der 1. Auflage gehörte,
dass die Kilometerangaben zu den Routen nur für eine Befahrrichtung
vorhanden waren. Dies habe ich in allen überarbeiteten Kapiteln geändert,
hier finden Sie die Angaben, jeweils durch Schrägstrich getrennt,
zu beiden Endpunkten ausgewiesen. Welche jeweils gemeint sind, geht in
der Regel aus der Kapitelüberschrift hervor, ist gleich eingangs
des Unterkapitels nochmals benannt oder schnell aus der Einbandskizze
zu erschließen. Die Reihenfolge der Benennung ist auch die Reihenfolge
in der Kilometerangabe.
Während der Reise, gewöhnen Sie sich an, an jedem Etappenpunkt
kurz anzuhalten, ihn bewusst zu registrieren und vergessen sie vor allem
nicht, den Tacho hier auf Null zu stellen.
Hinweis
zu den Kilometerangaben:
Die in den überarbeiteten Kapiteln angegebenen Kilometer sind nicht
mehr, wie zuvor, Tacho-Kilometer eines PKW, sondern gps-vermessene Kilometer.
Die Differenzen zwischen beiden können 2% und 5% betragen. Bei längeren
Strecken fällt dies natürlich ins Gewicht.
Hinweis
zur Verwendung von Google Earth:
Google Earth hat seine Albanien-Segmente in den vergangenen Jahren stetig
weiter verbessert - leider zuletzt auch verschlimmbessert. Nachdem eine
Zeit lang bei Einschaltung der Ebene "Straßen" nur wenige
Transitstraßen angezeigt wurden, diese aber mit exaktem Verlauf,
hat man nun auch für Albanien ein ganzes Netz aufgetragen. Dieses
wurde allerdings ganz offenkundig von Automaten gezeichnet und nicht manuell
nachkontrolliert. Es enthält zum Teil blamable Fehler, die den Wert
des Ganzen stark in Frage stellen, auf keinen Fall sollte man die Straßenvorzeichnungen
von Google Earth unkritisch für die Reisevorbereitung verwenden.
Auch die mittlerweile in Großstädten auftauchenden Straßenbezeichungen
sind teilweise fehlerhaft.
Noch
einmal zur Verwendung der Karte von Reise Knowhow:
Die Karte ist nicht nur hinsichtlich ihrer Aussage zum Oberflächenzustand
der "Straßen" unbrauchbar. Auch den Versuch, momentane
Aufenthaltspositionen in der Provinz mit ihrer Hilfe zu verifizieren,
sollten Sie besser unterlassen. Die Lage kleiner und mittlerer Orte ist
in etlichen Fällen schlicht falsch dargestellt. Verwenden Sie die
Karte in der Provinz am ehesten dazu, Einheimischen darauf die nächste
größere Stadt namentlich zu zeigen und sich die entsprechende
Fahrrichtung weisen zu lassen.
Beantwortung
von Käuferfragen
Einige Antworten zu Fragen, die mir von allgemeinem Interesse erschienen,
finden Sie hier:
Frage:
Auffällig ist, dass Sie relativ wenige ethnografische Museen für
das Land aufführen. In anderen Führern habe ich mehr gefunden.
Antwort: Die Differenz deutet darauf hin, dass Sie mit älteren Reiseführern
vergleichen. Tatsächlich hatte Albanien zur Enver Hoxha-Zeit fast
in jedem Ort ein Ethnografisches Museum. Die Gemeinden haben den Betrieb
von Museen im Laufe der 90er aus Geldmangel und Mangel an Besucherinteresse
in vielen Orten eingestellt. Der Prozess der Wegrationalisierung ist auch
derzeit noch im Gange. Lästernd bemerkt, es waren auch viel zu viele
und die meisten zeigten ungefähr dasselbe. Die Übersicht über
Trachten bekommen sie heute am besten im Nationalmuseum. Sonstiges ethnografisches
Kolorit finden Sie recht umfassend im Ethnografischen Museum Kruja (50
m südlich von Skanderbeg-Museum). Territoriale Besonderheiten werden
besonders gut in Berat, Elbasan, Vlora, Shkodra und Gjirokastra dargestellt
(das reicht!)
Frage:
Soll ich, von Montenegro kommend, besser über den Grenzübergang
Muriqan oder über Hani Hotit einreisen?
Antwort: Falls Sie die Montenegro-Küstentour gemacht haben, sollten
Sie normalerweise auf der Strecke Bar-Muriqan (oder gegebenenfalls Ulqin-Muriqan)
bleiben. Podgorica ist zu trist, um den Umweg zu rechtfertigen, Ulqin
lohnt einen Blick in den Altstadtbereich, aber parken Sie in der Saison
ihr Fahrzeug bereits weit oben, vor dem Rondell, das hinunter zum Stadtstrand
führt.
Beide Zufahrtsstrecken sind auf montenegrinischer Seite gleich mühselig,
weil stark kurvig, sehr eng und teilweise in schlechtem Zustand. Sonntag
Abend an Sommerwochenden sollten Sie aber immer Hani Hotit wählen,
die Wartezeit in Muriqan kann wegen des heimwärts flutenden Badeverkehrs
Stunden betragen! Falls Sie Muriqan von Bar direkt anfahren wollen, beachten
Sie, dass der Abzweig zum Grenzübergang nur weniger als 1 km nach
Ende der Vorstadtlage nach oben abgeht (Hier heißt der Übergang
Sukobin!)
Zum Zustand der Strecke Hani Hotit - Shkodra siehe Inhaltsupdate.
Frage: Ich habe gehört, dass man an Albaniens
Küsten nicht mit Privatbooten fahren kann. Ist das richtig?
Leider ja, der Hinweis wurde in der 2.Auflage
weggelassen, weil die Hoffnung bestand, dass dieses Verbot aufgehoben
werden würde. Offensichtlich schätzt man aber in Übereinstimmung
mit den entsprechenden italienischen Behörden dass Potential für
den Schmuggel über See weiterhin so hoch ein, dass das entsprechende
Verbot Ende 2009 noch einmal für drei Jahre verlängert wurde.
Das Verbot betrifft aber nicht Ausländer mit eigenem Boot, das Befahren
der Albanischen Gewässer mit eigener Yacht, beispielsweise, ist unter
Einhaltung der entsprechenden international üblichen Regeln problemlos
möglich.
Kritik: Als Backpacker hätte
ich mir mehr Details zum Fortkommen im Lande gewünscht.
Ein Wunsch, der aus mehreren Gründen utopisch bleiben muss. Das
gesamte öffentlich-privat betriebene System der Reiseverbindungen
ist so ortsspezifisch, dass man zu seiner Darstellung ein eigenes Buch
schreiben müsste. Nur zum Bahnverkehr hätte man vieleicht eine
Übersicht einstellen können. Sowohl beim Bus- als auch beim
Furgonverkehr hilft in jedem Ort nur eins: Durchfragen. Aber das führt
meist auch in unglaublich kurzer Zeit zur richtigen Auskunft. Für
Tirana gibt es seit kurzem aber eine wesentliche Verbesserung: Die Publikation
"Tirana in your pocket", eine Art Mini-Reiseführer, den
es für bislang drei Städte (noch Korca und Shkodra) gibt, enthält
in Ausgabe Januar 2010 auf S. 40-42 eine recht umfängliche Übersicht
zu Abfahrtplätzen und -zeiten in Tirana. Das lohnenwerte Heftchen
ist, allerdings zum Horrorpreis, auch über das Internet zu bestellen
(sonst in allen besseren Hotels Tiranas kostenlos).
Frage: Ich habe gehört, dass
demnächst von Tirana nach Elbasan eine Autobahn
gebaut wird.
Demnächst heißt Planungstermin 2013, also etwa, wenn die
nächste Auflage dieses Reisehandbuchs fällig wäre. Begonnen
wurde mit dem aufwändigen Vorhaben noch nicht. Angesichts des Zustandes
der albanischen Staatsfinanzen wage ich Zweifel, dass dieser Termin zu
halten sein wird. Dies um so mehr, da man mehrere große Vorhaben
bis zu diesem Zeitpunkt gleichzeitig betreiben möchte, den Tunnel
von Tirana Richtung Klos-Bulqiza, eine Neutrassierungen von Berat nach
Kelcyra, von Tepelena nach Fier und von Gjirokastra nach Saranda über
Kardiq. Aber der Wunsch, Wahlen zu gewinnen, macht in Albanien vieles
möglich.
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